VERAH mobil

Unterwegs im neuen VERAHmobil

VeraMobil HZ Harlfinger

 

HAUSBESUCHE Versorgungsassistentin Anna-Lena Jüngel fährt für das Hausarztzentrum Harlfinger zum Patienten

GROSS-FELDA/ROMROD - (cl). Anna-Lena Jüngel ist so etwas wie die Gemeindeschwester in früheren Zeiten. Seit November besucht die 23-jährige Versorgungsassistentin im Hausarztzentrum (VERAH) von Dr. Stephan Harlfinger in Groß-Felda und Romrod Patienten zu Hause. Zunächst mit ihrem eigenen Auto, seit knapp zwei Wochen mit dem sogenannten VERAHmobil, das ihr Arbeitgeber jetzt eigens dafür angeschafft hat.

Das bringt nicht nur Vorteile bei der Versorgung, weil mehr Hausbesuche gemacht werden können, sondern auch für den Mediziner, der dadurch entlastet wird. Als Versorgungsassistentin darf die junge Hombergerin allein für Routinehausbesuche zum Patienten fahren, zum Beispiel Verbände wechseln, Blut abnehmen, Spritzen geben. „Das war früher nur in der Praxis unter Aufsicht des Arztes möglich, wenn er im Haus war“, skizziert Praxismanagerin Andrea Harlfinger in Groß-Felda. An eine VERAH könne der Mediziner das delegieren.

VERAH – das ist eine Weiterbildung für medizinische Fachangestellte in der Hausarztpraxis, die auch Anna-Lena Jüngel 2013 absolviert hat. Nötig sei eine Qualitätsoffensive wie diese „aufgrund steigender Anforderungen an die hausärztliche Praxis – eine Folge demografischen Wandels und der Zunahme chronischer Krankheiten“, erklärtder Deutsche Hausärzteverband auf seiner Hompage. Und weiter: Ziel dieser Maßnahme sei es, die Hausarztpraxis als zentralen Ort der Versorgung zu stärken, die Berufszufriedenheit der medizinischen Fachangestellten zu steigern und die Hausärztinnen und Hausärzte durch hochqualifizierte Unterstützungsleistungen zu entlasten.

„Mein Mann beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit anderen Formen der Versorgung und versucht den ,Hausarzt‘ zu erhalten mit angestellten Ärzten und Arzthelferinnen, die bereit sind sich weiterzubilden“, erklärt Andrea Harlfinger, warum das Hausarztzentrum sich für den Einsatz einer Versorgungsassistentin entschieden hat: „Wir hoffen, dass die VERAH 60 bis 70 Prozent der Hausbesuche übernehmen kann“ und der Arzt dann zur Kontrolle „zweimal im Quartal“ selbst zum Hausbesuch vorbeikommt, gibt die Praxismanagerin einen Ausblick. Mindestens zehn Patienten am Tag könnte die Versorgungsassistentin im Schnitt besuchen. „Das Auto haben wir angeschafft, weil die VERAH so parallel zu meinem Mann Hausbesuche machen kann. Viele Menschen hier im Umkreis sind ja auch nicht mehr mobil.“

Erfahrung gesammelt hat das Hausarztzentrum, zu dem neben der Praxismanagerin in Groß-Felda und Romrod zurzeit drei Ärzte und zehn medizinische Fachangestelle gehören, schon mit Jüngels Vorgängerin. Auch sie hatte sich als VERAH ausbilden lassen, eine Fortbildung, für die der „Arzt bezahlt“. Ebenso trage das Hausarztzentrum die Kosten für einen weiteren Qualifizierungslehrgang von Anna-Lena Jüngel als nicht-ärztliche Praxisassistentin, den diese demnächst absolvieren wird, sowie natürlich für die Anschaffung des VERAHmobils.

Das – ein kleiner Flitzer der Marke Toyota – parkt gerade vor der Praxis in Groß-Felda. Einige Kilometer hat der Wagen von den Hausbesuchen schon auf dem Tacho, obwohl er erst seit Kurzem im Einsatz ist. Etliche weitere werden wohl bald hinzukommen, da die Praxis Harlfinger insgesamt 18 Orte anfährt: Patienten versorge das Hausarztzentrum nämlich in einem Gebiet von Stumpertenrod, Schwalmtal, Ober-Ohmen, Ehringshausen, Romrod bis Liederbach, sagt die Praxismanagerin.

Und Anna-Lena Jüngel? Sie arbeitet zwar erst etwas über drei Monate für das Hausarztzentrum, ist aber sehr zufrieden mit ihrer Arbeit: „Es ist schön, wenn man sieht, wie die Patienten leben. Da erhält man ganz andere Eindrücke als in der Praxis.“ Und entdeckt sie etwas, das nicht in Ordnung ist, dann wird natürlich „der Arzt hinzugezogen“.

„Wir reagieren zeitnah zum Wohle des Patienten“, bestätigt Andrea Harlfinger.

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